Gesammelt und weitergegeben: Ihre Erfahrungen mit dem Schienenersatzverkehr

Zwei Wochen Schienenersatzverkehrs haben die Pendlerinnen und Pendler in und um Erkrath und Haan in den Osterferien auf Grund der Streckensperrung für die Arbeiten am neuen elektronischen Stellwerk in Wuppertal-Vohwinkel hinter sich bringen müssen. Da während der diesjährigen Sommerferien weitere sechs Wochen Schienenersatzverkehr anstehen, habe ich digital und vor Ort Erfahrungsberichte gesammelt, um für den Sommer Verbesserungen zu erreichen.

Ich kann mich nur bedanken für eine Vielzahl von Mails, die mich erreicht haben, und für die netten Gespräche an den Bahnhöfen! Es sind einige Probleme und Verbesserungsvorschläge an mich herangetragen worden, die ich mittlerweile an die Deutsche Bahn und den Verkehrsverbung Rhein-Ruhr weitergetragen habe. Sie werden die Punkte in ihre Analyse und Bewertungen des zweiwöchigen Testlaufs einfließen lassen und ich werde mich über den Stand der weiteren Überlegungen laufend informieren. Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für NRW hat mir bereits im Vorfeld auch ein Informationsgespräch zum Evaluierungsstand für interessierte Abgeordnete zugesagt. Ich habe den Wunsch geäußert, dass dieses Treffen zeitnah stattfindet.

 

Hier eine Zusammenfassung Ihrer Erfahrungsberichte mit der Beschreibung von Problemen und den eingebrachten Verbesserunggsvorschlägen:

 Allgemein:

  • Die Kennzeichnung der Busse könnte besser sein, insbesondere an hochfrequentierten Bussteigen (mehrfach genannt).
  • Die Informationen der Bahn könnten detaillierter sein. In der Broschüre wird in den Lageplänen z.B. in Wuppertal einfach nur auf den „Bahnhofsvorplatz“ odgl. verwiesen. Hier könnte man durchaus dazu schreiben, an welchem Bussteig die Busse in welche Richtung fahren. Gerade für Gelegenheitsfahrer oder Ortsfremde wäre das hilfreich.
  • Den Wuppertaler Stadtwerken sollte man nahelegen, die Schwebebahn auch vor 7 Uhr schon in höherer Taktfrequenz (und nicht nur alle 10 Minuten) fahren zu lassen.
  • Fahrverhalten der Fahrer: Auf der Fahrt mehrfach hart auf die Bremse gedrückt
  • Es ist mindestens unglücklich, dass auf der Autobahn A46 zeitgleich in den Osterferien im Bereich Wuppertal auch größere Maßnahmen mit Beeinträchtigungen des Autoverkehrs stattgefunden haben.
  • Die Informationslage über die Rückerstattungsmöglichkeiten für Monatstickets ist unzureichend.
  • Es ist offenbar nicht allgemein bekannt, dass Umwege, die durch den SEV entstehen und regulär einer höheren Preisstufe als der gewöhnliche Weg entsprechen, während dem SEV nicht zusätzlich z.B. mit einem Zusatzticket bezahlt werden müssen.

 

S8/S68 Düsseldorf-Wuppertal

  1. Probleme:

Allgemein:

  • Vereinzelt kamen Busse nicht.
  • Die Busse stehen insb. nachmittags zwischen D-Gerresheim und Erkrath im Stau bzw. kommen beim Abbiegen von der Straße „Im Brühl“ auf die „Morper Str.“ nicht zwischen den Verkehr.
  • Bessere Schulung der Fahrer notwendig:
    • Eine Dame fragte in Erkrath nach dem Bus zum Düsseldorfer HBF. Die Antwort des Busfahrers mit dem Ziel „D-Gerresheim“: „Der kommt gleich!“. Problem: Es fährt kein Bus in Erkrath direkt bis zum HBF.
    • Vereinzelt irrten Busse z.B. in Erkrath-Hochdahl durch die Willbeck fernab ihrer regulären Fahrstrecke

Gerresheim:

  • Die Busse halten auf der Heyestraße Nähe Bhf Gerresheim. Die Heyestr. ist dort sehr verkehrsreich. Die Fahrgäste warten auf den Bus – man darf in die stehenden Busse nicht vorher einsteigen – im Staub, in den Abgasen und im Lärm. Es gibt keine Unterstellmöglichkeiten. Bei Regen wird man auch noch nass.

Erkrath:

Problem:

  • Hier fahren auch viele Ortsbuslinien ab. Zu den regulären Abfahrtszeiten der S-Bahn sind fast alle Linien gleichzeitig da, dann wird es voll. Die Busse des SEV finden dann kaum und vor allem keine einheitlichen Haltemöglichkeiten, sodass die NutzerInnen des SEV teilweise herum irren. Oft können die SEV-Busse nur in zweiter Reihe halten. Fahrgäste laufen zwischen den Linienbussen her, das kann auch gefährlich sein.

Verbesserungsvorschlag:

  • Festen Platz für die SEV-Busse markieren und freihalten:
    • Sie halten an der Straße (Vorschlag eines SEV-Busfahrers) statt am Bussteig
    • Sie halten ganz vorne (hier halten in einem etwas kurvigen Stück sonst keine Linienbusse
    • Sie halten in der Mitte (auf Höhe der Treppe zur Bahnunterführung). Die Ortsbusse müssten den Bereich freihalten. Dann könnte evtl. auch sicherer in zweiter Reihe eingestiegen werden.
    • Die Busse halten ganz hinten. Die Fahrer der Ortsbusse müssten angehalten werden Lücken zuzufahren, wenn andere Busse vor ihnen bereits abgefahren sind.

Gruiten:

  • Die SEV-Busse befuhren in den Osterferien die Hochstraße (K20 alt), die wegen Lärmbelästigung und dem Charakter einer Baumallee, für den (schweren) Durchgangsverkehr eigentlich gesperrt ist. Bei Gegenverkehr von Bussen kam es durch die Enge der Straße auch zu Schwierigkeiten im gegenseitigen Ausweichen. Die Anwohner bitten zu prüfen, ob eine ca. 150m längere Umfahrung über die neue K20n möglich ist.

 

  1. Allgemeine Verbesserungsvorschläge:

 

  1. Weiterfahrt der S-Bahnen in Richtung Düsseldorf bis zum Haltepunkt Erkrath anstatt Ende in D-Gerresheim
  • Die Strecke D-Gerresheim – Erkrath ist nur ca. 2 km lang, flach und ohne jede Kurve. Damit kann der Triebfahrzeugführer die gesamte Teilstrecke von Anfang bis zum Ende übersehen. Unfallgefahr besteht damit nach menschlichem Ermessen nicht.
  • es stehen 2 Gleise zur Verfügung. Die S-Bahn kann von Gerresheim auf dem südlichen Gleis bis Erkrath fahren und von dort zurück. Erst kurz vor Gerresheim führt die Weiche den Zug wieder auf das mittlere Gleis zurück.
  • die Bahn kann auch auf das mittlere Gleis wechseln, also das Gleis das in den letzten 2 Wochen Endstation war. Von dort kann der Zug auf dem mittleren Gleis nach Erkrath fahren.
  • bei wechselnder Benutzung des südlichen und des mittleren Gleises sind mehr als ausreichende zeitliche Abstände möglich
  • der Betrieb und die Gleiswechsel würden unter den Augen der Fahrdienstleiter des Stellwerks Gerresheim erfolgen
  • die Ersatzbusse aus Ri. Wuppertal-Oberbarmen enden in Erkrath und fahren von dort über Hochdahl und Hochdahl-Millrath usw. nach Wuppertal zurück. Im Gegensatz zu Gerresheim verfügt der Bhf Erkrath über einen größeren Bus-Bhf mit Unterstellmöglichkeiten für die Fahrgäste
  • Der Bhf Erkrath wird von den Ortsbussen aus Erkrath angefahren und würde uns Pendlern bei der vorgeschlagenen Verkehrsführung den direkten Umstieg auf die S-Bahn ermöglichen.

Alternativ:

Auf Strecke D- Gerresheim nach Erkrath: Temporäre Ampelanlage an der Einmündung Morper Str. Richtung Erkrath (Getränketempel) mit Funksignal ROT wenn die Busse vom S-Bahnhof Gerresheim anrollen. ROT für den Verkehr Morper Str. Richtung Erkrath. Gerade im Berufsverkehr abends kommen die Busse hier nämlich nicht weg, sodass Verspätungen entstehen.

  1. SEV-Busse, die direkt zum Düsseldorfer HBF fahren

Wünschenswert wäre es für einige PendlerInnen Richtung Düsseldorf Hbf, wenn es sie nicht noch in Gerresheim umsteigen müssten. Die Hoffnung einiger war, dass zumindest in den Stoßzeiten einer der Busse bis zum Düsseldorfer Hbf durchfährt. In Gerresheim wurde es am Gleis teilweise sehr voll. Viele, die Zeitdruck hatten, sind in die überfüllte Regiobahn S28 gestiegen, um die Wartezeit auf den Anschluss an die S8/S68 nicht in Kauf nehmen zu müssen.

 

Ausweichmöglichkeit für PendlerInnen Gruiten-Düsseldorf

  1. Problem:
  • Die Bus-Linie 742 aus Richtung Gruiten nach Mettmann Stadtwald stellt für die Pendler in Verbindung mit der Regiobahn S28 von Mettmann nach Düsseldorf eine echte Alternative zum Schienenersatzverkehr dar. Leider kommt der Bus in der Regel 3-4 Minuten zu spät am Haltepunkt Mettmann Stadtwald an.
  1. Verbesserungsvorschlag:
  • Kann der Takt des Busses für die Sommerferien (Ferienfahrplan) so geändert werden, dass er 5 Minuten früher Mettmann erreicht und somit die Pendler direkten Anschluss haben.

 

Ausweichoptionen für PendlerInnen Haan-Düsseldorf

  1. Problem:
  • Sobald die Bahnen nicht fahren, weichen viele PendlerInnen aus Haan auf die Buslinie SB 50 aus. Dadurch ist der Bus morgens voller als sonst und nachmittags von Düsseldorf nach Haan überfüllt. Es werden weder größere Gelenkbusse eingesetzt noch auf den Ferienfahrplan (= weniger Fahrten, 2 statt 3 pro Stunde) verzichtet. Dabei fehlen durch den Ausfall der Bahn (S8/S68) auch mind. drei durchgehende Fahrten in die Düsseldorfer Innenstadt. In der Woche vor Ostern sind sogar Mittwoch- und Donnerstagmorgen Busse entfallen. Dadurch war der Nachfolgebus mehr als überfüllt. Ein sicheres Befördern über die Autobahn A46 ist so fraglich.
  • Der Ferienplan des SB 50 war auch nicht in (allen) Online-Fahrplananzeigen richtig eingepflegt.
  1. Verbesserungsvorschläge für die Sommerferien 2017 mit SEV:
  • SB 50 fährt nicht den Ferienfahrplan.
  • Es werden auf der Linie Gelenkbusse oder zusätzliche Busse eingesetzt.